Musik + Literatur
“Bummel durch Europa” (Mark Twain)
Musik und Literatur im Dialog
es liest Axel Gottschick
es musiziert das Duo Berger Reuter, Querflöte-Gitarre
Mark Twain (1835-1910) hat vor allem durch seine Bücher über die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn Weltruhm erlangt.
1878 unternahm er eine längere Reise durch Deutschland, die Schweiz, Frankreich und Italien. Die Eindrücke hat er 1880 in „A Tramp Abroad“
-Bummel durch Europa - veröffentlicht.
Mit wundervollem Witz, Ironie und einer guten Portion Übertreibung schildert er Lebensweisen, Vorlieben und Eigenheiten der Menschen, die nicht nur äußerst unterhaltsam sind, sondern auch einen hochinteressanten Blick auf das damalige gesellschaftliche Leben werfen. Axel Gottschick, Schauspieler und Inhaber des “Kulturladen Zollstock-Lesebühne” Köln liest; Rainer Berger und Felix Reuter begleiten mit klassischer Musik in der Besetzung Flöte-Gitarre.
“Bilder aus Westfalen” (Annette von Droste Hülshoff)
Musik und Literatur im Dialog
es liest Axel Gottschick
es musiziert das Duo Berger Reuter, Querflöte-Gitarre
Eine eindrucksvolle Beschreibung ihrer Heimat Westfalen lieferte Annette Freiin von Droste- Hülshoff in ihren „Westphälischen Schilderungen aus einer westphälischen Feder”, die 1845 zunächst anonym in einer katholisch-konservativen Münchener Zeitschrift veröffentlicht wurden. 1860 erschien das Werk unter dem Titel BILDER AUS WESTFALEN, den wir für unsere musikalische Lesung ausgewählt haben.
In drei Kapiteln entführt die Droste in das Münsterland, Sauerland und das Paderbornische, in denen sie auf brillante Art und Weise Land und Leute schildert. Im Gegensatz zum satt-grünen Münsterland mit seinen gutmütigen Bewohnern wird der Sauerländer, dem sie zwar einige guten Eigenschaften zuschreibt, im Wesentlichen als kühlen, berechnend und geschäftstüchtig schildert. Besonders scharf geht sie mit dem zügellosen „Paderbörner Wildling“ ins Gericht, der den kurzfristigen Genuss mehr als die Arbeit schätzt. Nur, so schildert die Droste, mit “ungewöhlichem Fleiß und Glück” bringt er es zu einer “bescheidenen Menschenwohnung”….
Derartig verunglimpft verwundert es nicht, dass die Veröffentlichung der Schilderungen einen handfesten Skandal auslöste. Die Droste traf zum Glück keinen Schaden, da ihre Autorenschaft zu ihren Lebzeiten unbekannt blieb.
Unsere Musikauswahl berücksichtigt die Stimmung der Erzählung und den Geschmack der Droste. So findet folkloristisches (Kaspar Fürstenau, geb in Münster; Peter Ernst Hünten), opernhaftes (Weber/Roedel, Auber/Küffner) und sonatenhaftes (Mozart/Gaude) im Programm ihren Platz.
“Italienische Reisebilder” (Goethe, Heine)
Musik und Literatur im Dialog
es liest Axel Gottschick
es musiziert das Duo Berger Reuter, Querflöte-Gitarre
Von September 1786 bis Ende April 1788 bereiste Johann Wolfgang von Goethe (1749 –1832) Italien. Die Tagebuchaufzeichnungen aus dieser Zeit veröffentlichte Goethe 1816 unter dem Titel “Italienische Reise”.
Goethe zeigt sich als scharfsinniger Beobachter und großartiger Erzähler. Schon Heinrich Heine schwärmt einige Jahre später von Goethes Kunst, der “mit seinem klaren Griechenauge alles sieht, das Dunkle und das Helle, nirgends die Dinge mit seiner Gemütsstimmung koloriert, und uns Land und Menschen schildert in den wahren Umrissen und wahren Farben”.
Heinrich Heine (1797-1856) - brillanter Poet, Tageschronist, Satiriker, Geschichtsphilosoph und überzeugter Demokrat war zu Lebzeiten für seine ironische und bisweilen spitze Feder gefürchtet. Die Vielschichtigkeit seines Gesamtwerkes wird in seiner Qualität jedoch erst in der heutigen Zeit angemessen wertgeschätzt.
Insbesondere in den Reisebildern (1826-1831) enthüllen sich die Facetten seines Schaffens.
In einer fein ausgehörten Komposition von Lesung und Musik wird in „Italienische Reisebilder“ Goethes Erzählkunst und Heines witzig-ironische Seite besonders gewürdigt.
Schauspieler Axel Gottschick liest, das Duo Berger Reuter spielt Werke von Mozart, Carulli, Rossini, einem von Heine besonders geschätzten Komponisten und Giuliani.
“Italienische Reisebilder” mit Axel Gottschick
…die beiden Musiker Rainer Berger und Felix Reuter bildeten zusammen mit dem bekannten Schauspieler Axel Gottschick, der die literarischen Beiträge lieferte, ein wunderbares Ensemble, das für höchsten Kunstgenuss bürgte.
(Sommerliche Musiktage Hof Trages, Gelnhäuser Neue Zeitung)
“Mozart auf der Reise nach Prag” (Eduard Mörike)
Musik und Literatur im Dialog
es liest Axel Gottschick
es musiziert das Duo Berger Reuter, Querflöte-Gitarre
Mozart auf der Reise nach Prag ist eine der bekanntesten Künstlernovellen. Eduard Mörike hat sie als Hommage zu Mozarts hundertstem Geburtstag geschrieben. Die Novelle beruht auf einer wahren Begebenheit: Mozarts Reise nach Prag zur Uraufführung seines Don Giovanni. Zum Mittelpunkt seiner Novelle wählt Mörike einen fiktiven Aufenthalt auf dem Schloss des Grafen Schinzberg. Hier werden Mozart und Konstanze zu einer Hochzeitsfeier eingeladen. Abends spielt Mozart den Gästen aus seiner fast vollendeten Oper "Don Juan" vor. Die Musik wird begeistert aufgenommen. Die Braut Eugenie, die Mozarts Musik verehrt, spürt aber auch "dass dieser Mann sich schnell und unaufhaltsam in seiner eigenen Glut verzehre, dass er nur eine flüchtige Erscheinung auf der Erde sein könne, weil sie den Überfluss, den er verströmen würde, in Wahrheit nicht ertrüge."
Mörike hat mit seiner Novelle in der Schilderung eines einzigen Tages in sehr komprimierter Form ein lebendiges Charakterbild des Komponisten und Menschen Mozart geschaffen. Dazu schreibt Mörike:
"Meine Aufgabe bei dieser Erzählung war, ein kleines Charaktergemälde Mozarts aufzustellen, wobei, mit Zugrundelegung frei erfundener Situationen, vorzüglich die heitere Seite zu lebendiger, konzentrierter
Anschauung gebracht werden sollte."
In Mörikes Text spielt Mozart selbst in kleinem Kreis aus seinen Werken vor, so dass sich unsere kleine kammermusikalische Besetzung sehr gut für dieses Lesekonzert eignet.
Da schon kurz nach Mozarts Tod es gängige Praxis war, beliebte Werke für alle möglichen Besetzungen zu arrangieren, können wir auch auf eine Fülle von Bearbeitungen aus Mozarts Opern und Klavierwerken für unsere Besetzung Querflöte und Gitarre zurückgreifen. Die besten und stimmigsten Werke haben wir für unsere Mozartreise ausgewählt. Mit selten gespielte Originalwerken Ferdinand Rebay"s Mozart Variationen runden Programm wir unser Programm ab.
“Die Judenbuche” (Annette von Droste-Hülshoff)
Musik und Literatur im Dialog
es liest Axel Gottschick
es musiziert das Duo Berger Reuter, Querflöte-Gitarre
Annette von Droste-Hülshoff gelang mit ihrer Novelle "Die Judenbuche -
Ein Sittengemälde aus dem gebirgichten Westfalen" ein Meisterwerk.
Auf eine wahre Begebenheit greift die Droste zurück, die ihr Onkel
August von Haxthausen nach Gerichtsakten als "Geschichte eines
Algerier-Sklaven" 1818 veröffentlichte.
Ein jüdischer Händler wird im Wald erschlagen aufgefunden. Der Mörder
flüchtet, kehrt Jahrzehnte später zurück, gesteht die Tat und erhängt
sich später just an der Stelle, an dem der Mord geschah. Hier hatten
nach der Tat Mitglieder der jüdischen Gemeinde in hebräischen
Schriftzeichen die Inschrift an einer Buche angebracht: "Wenn du dich
diesem Orte nahest, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast."
Die Judenbuche ist nicht nur eine Kriminalgeschichte, die spannend, aufwühlend und facettenreich erzählt ist, sondern auch eine eindrucksvolle Milieustudie des dörflichen westfälischen Lebens östlich von Paderborn.
Mit vorwiegend Originalwerken aus der Droste Zeit (u.a. von Kaspar Fürstenau, Theodor Gaude, W.A. Mozart, Anton Diabelli) haben wir dieses Programm musikalisch gestaltet.